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Welpenkauf – Was muss man beachten?!

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Egal, ob Sie einen Hund vom Privatzüchter oder vom Züchter holen – Sie sollten sich immer die Elterntiere/Mutter anschauen. Wie verhalten sie sich? Sind sie ruhig, und ausgeglichen oder eher hektisch und aggressiv? Bei letzteren sollte man die Finger von den Welpen lassen.

Beim Kauf eines Hundewelpens sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Wie sind die Welpen/Hunde untergebracht? Ist der Zwinger groß genug und sauber?
  • Haben die Welpen/Hunde Kontakt zur Familie oder leben sie direkt im Haushalt?
  • Wie geht der Züchter/Hundehalter mit den Welpen/Hunden um? Wie reagieren die Welpen/Hunde auf den Züchter/Hundehalter?
  • Sind die Welpen gesund, aufgeweckt, oder eher ängstlich, unterernährt und krank?
  • Wie geht das Muttertier mit den Welpen um? Schauen sie sich das Zusammenspiel genau an, da hin und wieder andere Hündinnen als Muttertiere vorgezeigt werden, weil diese sich zum Beispiel ruhiger verhalten.
  • Wenn Ihnen der Züchter/ Hundehalter erzählt, dass er pro Jahr und pro Hündin 2 Würfe hat, sollten sie die Finger davon lassen, denn dann werden die Hündinnen als reine „Brutmaschinen“ benutzt. Das kommt bei Hobby- und auch Züchtern vor.
  • Hält der Züchter sich an die Regeln, den Hund nicht vor der 8. Woche abzugeben? Egal ob Hobby- oder erfahrener Züchter, sie dürfen die Welpen erst nach der 8. Woche abgeben.

In den meisten Fällen (zu 90%) lernen sie erst den Züchter/Hundehalter in einem Gespräch kennen. Erst wenn dieser der Meinung ist, dass Sie der Richtige für einen seiner Welpen sind, lässt er Sie zu seinen Hunden. Er wird sie auf Herz und Nieren testen / ausfragen und das ist auch gut so. Nur so kann er sich sicher sein, dass Sie auch in der Lage sind, sich um den Hund zu kümmern.

Nutzen auch sie als zukünftiger Hundehalter das Gespräch und fragen Ihn über die Welpen aus. Das Verhalten, die Fütterung, die Erziehung usw. So erfahren sie sehr viel und der Hundezüchter merkt so, dass Sie Interesse haben und wissen wollen, was Sie bei der Hunderasse zu beachten haben.

Vor- und Nachteile von Züchtern und Privatzucht

Züchter:

Vorteile: Züchter werden überprüft und unterstehen gewissen Richtlinien. (Größe der Zwingeranlage, Sauberkeit usw.) Die Hunde werden auf verschiedene Krankheiten untersucht, bevor sie zur Zucht freigegeben werden, z.B. HD (Hüftgelenksdysplasie – Fehlentwicklung des Hüftgelenkes), ED (Ellbogendysplasie), Augenerkrankungen uvm. So haben Sie z.B. bei großen Hunden ein geringeres Risiko, dass diese nur wenig bis gar keine HD/ED haben (ausgeschlossen ist das zu 100% nie). Bei Züchtern erhalten sie Papiere. So haben auch Sie die Möglichkeit, auf Ausstellungen zu gehen bzw. auch zu züchten, wenn Sie das möchten.

Züchter haben meist sehr viel Erfahrung, kennen die Rasse sehr genau und können Ihnen viele Tipps und Ratschläge mit auf den Weg geben. Sie haben auch die Möglichkeit den Züchter bei Problemen anzurufen und um Hilfe zu bitten. Die Hunde sind bei der Abgabe gechippt und geimpft. Sie erhalten einen Europäischen Impfausweis.

Nachteile: Die Hunde sind meistens teurer als vom Privatzüchter, allerdings müssen sie hier bedenken, dass die Züchter ganz andere Ausgaben haben, als Hobbyzüchter. Der Deckrüde (wenn man selbst keinen hat) kostet zwischen 250,- bis zu 1000,-€ pro Wurf – egal wie viele Welpen dabei rauskommen. Sämtliche Untersuchungen der Elterntiere müssen bezahlt werden, genau wie die Einhaltung der strengen Richtlinien, die Papiere der Welpen usw.

Privatzucht:

Vorteile: Bei der Hobbyzucht sind die Welpen meistens im Haushalt und lernen somit schneller den Alltag kennen. (Verschiedene Geräusche etc.) Hobbyzucht ist nicht unbedingt Reinrassig, was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. Sie sind meist deutlich günstiger als direkt vom Züchter. Welpen wachsen im engen Kontakt zur Familie auf und kennen daher meistens schon einiges z.B. Autofahrt, Stubenreinheit, Leine, Halsbandgewöhnung usw.

Nachteile: Die Elterntiere sind meistens nicht geplant zusammen gekommen bzw. sind nicht auf diverse Krankheiten untersucht worden. Auch werden sie nicht z.B. vom VDH (Verband für das deutsche Hundewesen) kontrolliert. Wenn es sich um eine Zufallsverpaarung handelt, haben die Hobbyzüchter auch nicht unbedingt die Erfahrung, wie ein erfahrener Züchter sie hat. Die Hunde sind nicht immer geimpft/geschippt. Meistens erhalten sie nur einen „normalen“ Impfausweis und keinen Europäischen. Diesen können sie aber beim Tierarzt umtauschen.

Egal ob erfahrener Züchter oder Privatzüchter – vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl. Fühlen sie sich unwohl, werden Ihre Fragen nicht beantwortet oder sehen die Hunde nicht gesund aus, sollten Sie sich einen anderen Hundezüchter suchen.

Ich möchte hier noch mal betonen,  dass bei Privatzüchtern diejenigen gemeint sind, die ihre Hündin einmal decken lassen bzw. diese ungewollt trächtig wurde! Mit Züchter sind hingegen die Personen gemeint die z.B. beim VDH oder äquivalent gemeldet sind. Sie haben Auflage wie oft sie bzw. wie viel sie mit einer Hündin züchten dürfen. Das richtet sich daran wieviele Welpen die Hündin zur Weltgebracht hat. Hier kann der Züchter bei einer niedrigen Wurfstärke entscheiden die Hündin noch einmal zu decken bzw. wenn der Wurf sehr groß war entscheidet z.B. der VDH das die Hündin eine Pause einlegen muss!

autor_martina_zapatka

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Meinungen unserer Leser zum Artikel: Welpenkauf – Was muss man beachten?!

  • Hallo,
    wir leben im Ausland und möchten uns gerne einen norwegischen buhund (welpen) kaufen. Ich bin aber ein wenig über die
    „innzucht“ Angabe des Norskbuhund Klubbes (wo ich gerne die Welpenhätte)irritiert. Dort steht z.Bsp.: Innavlsgrad ved 6 generasjoner: 0,8 % (Inzuchtsgrad in 6 Generationen 0,8% oder 1,3%, oder 2,2% oder 4,4%.
    Was bedeuten diese prozente?
    Der Link Norskbuhund Klubb:
    http://www.buhund.no/index.php/valpeliste

    Mit freundlichen Grüßen
    Spomenka

    spomenka 31. Mai 2013 20:54

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