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Tierheimhunde – Vorurteile und Mißverständnisse

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„Nein, bloß kein Tierheimhund, wer weiß was der schon alles erlebt hat, wir holen lieber einen vom Züchter“

Leider ist die Meinung, ein Hund aus dem Tierheim muss negativ vorbelastet sein, immer noch zu oft zu hören.

In dieser Weise denkende Menschen unterliegen leider dem Irrtum, dass ein Stück Papier, auf dem die Ahnenreihe eines Hundes niedergeschrieben wurde, eine Garantie für ein sorgenfreies, glückliches Miteinander von Mensch und Hund ist.

Letztens bekam ich von einer (netten) Dame einen Anruf mit der Frage nach Welpenübungsstunden. Der Eröffnungssatz lautete: „Wissen Sie, den hab ich vom Züchter, das ist ein guter Hund!“ Verzeihen Sie mir, aber ich war gewillt mein Handy auf den Asphalt zu donnern und darauf herum zu trampeln. Lediglich daran gehindert haben mich meine Kunden, die schon mit erschreckt geweiteten Augen vor mir standen und sich um die Gesichtsfarbe und das Wohlergehen ihrer Trainerin Sorgen machten.  Lag es vielleicht daran, dass ich gerade eine Gruppe mit 6 „schlechten“ Hunden um mich herum stehen hatte, alle ohne Stammbaum und Papiere, alle aus dem Tierheim? Nein, daran lag es nun wirklich nicht, sondern an der aus meinem Hörer quellenden Ignoranz dieser besagten Dame. Wenn wir zur Voraussetzung machen, dass Papier über ein Lebewesen mehr aussagt, als die Seele und der Charakter, dann haben wir irgendetwas nicht richtig verstanden.

Ja, es gibt Züchter, die auf die Gesundheit ihrer Tiere achten, darauf, in welche Familien oder zu welchen Menschen ihre Welpen kommen. Aber selbst sie haben keinen Einfluss darauf, was in den nächsten Jahren aus ihren abgegebenen Hunden wird. Keiner kann voraussagen, ob die glückliche Familie, die jetzt gerade an der Wurfkiste mit strahlenden Gesichtern sitzt, sich in ein paar Jahren immer noch in den gleichen Lebensumständen befindet, wie in diesem Moment.

Hunde kommen nicht nur ins Tierheim weil sie selber Probleme machen, sondern aus ganz unterschiedlichen, vielfältigen Gründen wie z. B. Tod des Besitzers, Umzug, Scheidung, Jobwechsel (keine Zeit mehr) etc. Dort sitzen sie mit ihren traurigen Gesichtern und warten, bis ein Mensch kommt und sie in seine Familie und sein Leben integriert.

In einem Tierheim oder beim privaten Tierschutz gibt es auch Rassehunde! Sogar Unkomplizierte!

Geben Sie einem von mehr als 3.000 Tierheimhunden (allein in Deutschland) eine Chance, sie werden reich dafür belohnt.

autor_sandra_kristof

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