Stubenreinheit
Autor: Susanne Heiden
Ein Welpe zieht ein und die frischgebackenen „Hundeeltern“ stehen vor ihrer ersten Herausforderung: Wie bringen wir dem neuen Mitbewohnermöglichst schnell bei, sich nur noch draußen zu lösen und nicht im Haus? Aber auch bei älteren Hunden ist mangelnde Stubenreinheit noch ein Thema, z. B. bei Tierschutz-Hunden, die in ihrem bisherigen Leben noch keine Stubenreinheit gelernt haben oder so ängstlich und gestresst sind, dass sie ins Haus machen. Bei älteren Hunden sollte zum Ausschluss von Erkrankungen wie z. B. Blasenentzündung o. ä. immer eine tierärztliche Untersuchung erfolgen!
Stubenreinheit ist grundsätzlich nicht angeboren und muss erlerntwerden. Hier einige Tipps, wie man das Ziel Stubenreinheit möglichstschnell erreicht:
Ein Welpe sollte grundsätzlich nach jedem Spielen, Fressen und Schlafensofort herausgetragen werden auf eine Wiese, auf der er sich lösen kann. Auch wenn der Hund unruhig wird oder sich im Kreis dreht, ist es höchste Zeit, nach draußen zu gehen. Gutes Beobachten ist schon die halbe Miete: gehen Sie immer sofort raus, wenn Ihr Hund fiept, wenn er vor der Haustür steht oder wenn er öfter zur Terrassentür oder Ausgangstürschaut.
Ein Welpe kann noch nicht die ganze Nacht durchhalten, denn der Schließmuskel muss erst trainiert werden! Damit Sie schon die ersten Anzeichen von Unruhe hören, darf er neben Ihrem Bett in seinem Körbchen schlafen, das von einem Karton begrenzt wird. Der Karton dientnur der seitlichen Begrenzung und ist nach oben offen. Er verhindert, dassder Welpe unbemerkt im Zimmer herumlaufen und sich dort lösen kann. Nach wenigen Nächten wissen Sie, wie lange Ihr Welpe ungefähr trockenbleibt. Dann stellen Sie sich für nachts den Wecker und gehen mit dem Hundekind kurz raus. So können Sie langsam die Zeitabständeverlängern. Dieses konsequente Vorgehen ist zwar für uns Menschen Schlaf raubend und anstrengend, macht sich aber bezahlt, denn Sieerreichen schneller Ihr Ziel Stubenreinheit!
Draußen bleiben Sie mit dem Hund an einem ruhigen Ort in möglichstreizarmer Umgebung einfach stehen und warten ab, was passiert. Wenn Ihr Hund dann irgendwann sein „Geschäft“ erledigt, warten Sie weiterhinruhig ab. Sobald der Hund fertig ist, loben sie ihn mit freundlicher, ruhiger Stimme.
Loben Sie also unbedingt erst dann, wenn alles gerade erledigt ist und nicht bereits während dessen, denn sonst wird Ihr Hund abgelenkt und unterbricht die Aktion vielleicht sogar. Vermutlich werden Sie es nicht immer verhindern können, dass doch maletwas im Haus passiert. Falls Sie Ihren Hund dabei auf frischer Tatertappen, sagen Sie sofort „Nein“ (mit tiefer Stimme!), um die unerwünschte Handlung zu unterbrechen. Tragen Sie Ihren Welpen daraufhin sofort nach draußen.
Wenn das Missgeschick bereits passiert ist und Sie es später bemerken, dann machen Sie es einfach kommentarlos und ruhig weg, ganz ohne Schimpfen und ohne Bestrafung!!! Ihr Hund sollte für einen Ausrutscher niemals bestraft werden!
Noch ein kleiner Tipp: Benutzen Sie ab sofort keinen Essigreiniger mehr, denn der Geruch kann Hunde zum Pieseln animieren.
Falls Ihr Hund schon stubenrein war und plötzlich beginnt, wieder ins Hauszu machen, lassen Sie ihn bitte unbedingt tierärztlich untersuchen, damit eine Erkrankung ausgeschlossen werden kann. Wenn der Tierarzt keine Erkrankung feststellt, kann Ihnen ein(e) gute(r) Hundetrainer(in) oder Tier-Verhaltenstherapeut(in) bestimmt weiterhelfen.
Susanne Heiden
Hundeschule “HUNDEBANDE”








