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Sinnvolle Beschäftigung

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In der Hundewelt spricht jeder von der „Artgerechten Auslastung“ des Hundes. Es sei ganz wichtig und unumgänglich. Doch was versteht man unter „Artgerechte Auslastung“ und ist das wirklich so ein „muss“ in der Hundeerziehung?

Unter Artgerecht versteht man eine Beschäftigung möglichst nahe der ursprünglichen Fähigkeiten und Verwendung des Hundes. – Das heißt, man sollte mit einem Australien Shepherd Tiere hüten, den Jack Russel jagdlich nutzen und dem Pudel Wasserarbeiten geben. Wie man sieht, stößt man da sehr schnell an seine Grenzen, weil nicht jeder ein Jäger ist oder eine Schafherde bzw. einen Teich vor der Haustüre hat.

Damit Sie alle jetzt kein schlechtes Gewissen bekommen weil Sie Ihren Hund offenbar nicht artgerecht halten, sollten Sie wissen, das dass Ganze nicht so eng gesehen werden muss. Ein durchschnittlicher Hund ist heutzutage mit etwas Erziehung in der Lage sich in unserer modernen Welt ein zu gliedern ohne in seinem Arbeitsbereich eingesetzt zu werden.

Hundesport – Ein schmaler Grat zwischen Genie und Wahnsinn

Fälschlicherweise wird uns von vielen Seiten vorgetragen das bestimmte Hundesportarten wie z.B. Flyball oder Agilty eine ideale und artgerechte Auslastung für bestimmte Hunderassen seien. Dem empfehle ich mit großer Vorsicht entgegen zu treten. Im kleinen Rahmen, mal so ab und an, sind solche körperlastigen Hundsportarten schon ok, dem Hund macht es Spaß und man sieht schnelle Fortschritte. Doch schnell kommt der menschliche Ehrgeiz und Drill dazu. – Mein Hund muss besser sein als die anderen! – Ganz nach dem Moto Höher, schneller, weiter. Der Hund bleibt dabei meist auf der Strecke, nicht nur das diese Sportarten sehr Gelenkbelastend sind, vor allem der ehrgeizige Mensch schadet der Hundepsyche extrem. – Schon bald steht der Hund bellend, fiepend und aufgepuscht vor der Startlinie. Der freut sich so weil es ihm solche Freude bereitet, heißt es dann seitens der Besitzer und Veranstalter. – Von einer krankhaften Sucht wollen natürlich nur die wenigsten was hören…

Natürlich gibt es aber auch Hundesportarten die gut und sogar artgerecht sind, dazu gleich mehr.

Was also nun tun?

Fest steht, dass unsere Hunde beschäftigt und gefordert werden müssen. Und selbst wenn wir alle kontraproduktiven Aktivitäten wie Wurf-/ Hetz- /und Zerspiele weglassen, bleiben uns noch genug ruhige Beschäftigungsarten die sich grundsätzlich für jede Rasse eignen übrig.

Entscheiden Sie sich in erster Linie für Beschäftigungen für die der Hund seinen Kopf und die Nase verwenden muss:

Man kann ihn Futter vom Boden suchen oder gezielt Gegenstände suchen und bringen lassen. Gehorsamsübungen in wechselnder Umgebung und Ablenkung sind sehr anstrengend. So sind z.B. 15min saubere Leinenführigkeit in einer unbekannten Gegend für den Hund viel anstrengender als 1 Stunde unkontrolliertes Spazierengehen.

Natürlich ist auch Körperarbeit wichtig, aber ruhig und langsam anstatt schnelles Gehetze. So kann man den Hund z. B. langsam, aber bewusst durch tiefes Laub / Schnee und über verschiedene Gegenstände gehen lassen, balancieren oder ausgiebig schwimmen ist auch toll. Das bewusst langsame fördert die Konzentration und ist viel anstrengender als das schnelle.

Selbstverständlich gibt es auch gute Hundesportarten die man unter Einhaltung weniger Grundregeln bedenkenlos fabrizieren kann. Da wäre z.B: TrickDog, bei dem der Hund kleine Tricks und Kunststücke auf Kommando lernt, Apportieren bei dem er gezielt und kontrolliert Gegenstände bringen muss. Das Longieren eignet sich als sehr gute Alternative zum Agility und fördert zudem die Kommunikation zum Menschen. Bei der Fährte folgt der Hund einer vorher gelegten Spur, oder als absolute Königsdisziplin dann Mantrail (Menschensuche) bei dem er eine bestimmte Person aufgrund ihres Individualgeruchs, auch über lange Strecken suchen muss.

Wie Sie sehen ist genug Auswahl für jeden Hundetyp dabei, man muss nur die Initiative ergreifen und anfangen.

Leckerchen suchen:
Nun erkläre ich Ihnen Schritt für Schritt eine tolle Beschäftigung die sich für wirklich alle Rassen eignet und somit als eine Art „Basisübung“ von allen Beherrscht werden sollte. Es ist eine Übung kombiniert aus Grundgehorsam, Ruhe bewahren und Suchen lassen.

Lassen Sie ihren Hund vorsitzen.

Zeigen Sie ihm das Leckerchen das er gleich suchen soll. Danach werfen Sie das Leckerchen ca. 1m neben ihm in die Wiese. – Es ist ganz wichtig, dass der Hund dabei sitzen bleibt, wenn er das nicht kann, fixieren Sie ihn über eine Leine.

Er soll lernen erst ab zu warten! Somit warten Sie ein paar Sekunden, nach einem Blickkontakt schicken Sie ihn dann aber los und er darf das Leckerchen suchen. Lassen Sie ihn dabei etwas Zeit, erst wenn er zu weit weg ist oder nicht mehr sucht weisen Sie ihn nochmal zu bis er es schlussendlich findet. Dafür Ist es wichtig stets zu wissen wo in etwa das zu suchende Leckerlie liegt.

Sobald er das Leckerchen gefunden hat loben Sie ihn, danach sofort rufen und ihn wieder vorsitzen lassen. Nun beginnen Sie wieder mit einem neuen Leckerchen.

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