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Respektlosigkeit unter Hundehaltern

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Wieso gibt es soviel Respektlosigkeit unter Hundehaltern?! Warum lassen so viele Hundehalter ihren Hund ohne Absprache zu angeleinten Hunden, Kindern, Joggern, Radfahrern oder Fußgängern hinlaufen? Diese werden dadurch in sehr starke Bedrängnis gebracht.

Hierzu erst einmal ein Beispiel:

Die Dalmatinerhündin Luna wurde vor einiger Zeit von einem anderen Hund gebissen und hat seit dem Angst vor fremden Hunden. Durch sorgfältige und mühsame Arbeit hat Frau Krämer es geschafft, dass Luna nicht mehr beim Anblick eines anderen Hundes davon rennen will, sondern sie setzt sich brav an den Wegrand und kann warten bis der andere Hund vorbeigegangen ist.

Nun bricht Frau Krämer mit Luna zu einem Spaziergang auf. Ihnen kommt ein Hundehalter mit frei laufenden Hund entgegen. Frau Krämer bittet den Hundehalter seinen Hund an die Leine zu nehmen, doch dieser ruft nur: „Der tut nix!“. Der freilaufende Hund kommt unaufhaltsam näher. Luna wird immer nervöser aufgrund des frontal auf sie zurennenden Hundes! Frau Krämer versucht Luna abzuschirmen, doch es gelingt ihr nicht. Der fremde Hund gelangt zu Luna, die mittlerweile vor Angst zitternd am Boden liegt. Der Hund bedrängt Luna, lässt sie nicht mehr in Ruhe und reagiert auf keines ihrer Signale. Endlich kommt der Besitzer und nimmt seinen Hund mit viel Gerede wie „das klären die doch unter sich“ mit. Frau Krämer und Luna sind nach diesem Vorfall mit ihren Nerven am Ende. Durch diesen einen Zwischenfall, der sehr leicht verhindert werden hätte können, sind Frauchen und Hund in ihrem Trainingserfolg wieder ein ganzes Stück zurückgeworfen worden!

Wenn ein Hund angeleint ist, hat das immer einen Grund. Der Hund kann Angst vor anderen Hunden haben oder aber auch aggressiv auf diese reagieren. Außerdem ist es möglich, dass der Hund krank ist, gerade frisch operiert wurde oder sich nicht abrufen lässt. Wenn ein Hundebesitzer seinen Hund an der Leine führt, sollte das unter allen Umständen respektiert werden, denn es zeigt von diesem Verantwortungsbewusstsein gegenüber seinen Hund und auch seiner Umwelt.

Der bekannte Satz „der tut nix, er will nur spielen“ hilft den wenigsten Hundehaltern und Hunden, die an der Leine geführt werden. Warum kann der freilaufende Hund nicht einfach zurückgerufen werden, damit auch der an der Leine geführte seinen Weg entspannt fortsetzen kann? Ein häufiger Grund ist, dass viele Hundehalter ihren Hund nicht sicher abrufen können. Doch dann frage ich mich, warum wird dieser Hund dann ohne Leine laufen gelassen? Hier wird oft das Argument gebracht, dass der Hund doch Bewegung brauche oder dass er sowas noch nie gemacht hat und sonst immer zuverlässig zurückkommt!

Auch wenn es viele unproblematische Hunde gibt, gibt es eben auch Hunde, die Probleme haben, daran sollte immer gedacht werden! Deshalb ist es wichtig und von großer Bedeutung ein paar einfache, aber sehr sinnvolle und hilfreiche Benimm-Regeln einzuhalten, die weder dem Menschen noch dem Hund schaden, im Gegenteil, sie machen das Leben aller Beteiligten leichter:

  • Kommt uns ein angeleinter Hund entgegen, dann nehmen wir unseren Vierbeiner auch an die Leine oder lassen ihn, sofern er das sicher beherrscht, neben uns absitzen und warten bis das andere Mensch-Hund- Team passiert ist. Das gleiche gilt bei Joggern, Radfahren und Fußgängern (auch Menschen können Angst vor Hunden haben oder aber auch allergisch auf Hundehaare reagieren!).
  • Auf Wunsch kann mit dem entgegenkommenden Hundehalter abgesprochen werden, ob ein Freilauf der Hunde möglich ist, erst nach deutlicher Zusage dürfen die Hunde frei miteinander laufen.
  • Drängen Sie niemanden einen Hundekontakt auf.
  • Wenn Ihr Hund nicht zuverlässig auf Ihren Rückruf reagiert, lassen Sie ihn nicht unkontrolliert laufen. Dies dient auch der Sicherheit Ihres Hundes.

Gegenseitige Rücksichtnahme bedeutet Respekt voreinander zu haben!

autor_sabrina_reichel

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Meinungen unserer Leser zum Artikel: Respektlosigkeit unter Hundehaltern

  • So ganz 100%ig kann ich nicht zustimmen.
    Zunächst einmal ist es für Hundehalter schon nervig, beim Waldspaziergang bei jedem Jogger, Radfahrer, Familie mit Kindern, angeleinten Hunden etc. den Hund an die Leine nehmen zu müssen. Da braucht man ihn gar nicht erst abzuleinen.

    Selbstverständlich hole ich meinen Hund zu mir, wenn ich Jogger o. ä. sehe aber speziell Radfahrer kommen teilweise mit einem Affenzahn von hinten angeschossen, ohne sich bemerkbar zu machen. Das empfinde ich als sehr rücksichtslos. Kommt es in so einer Situation zum Unfall, habe ich als Hundehalter natürlich die A…Karte.

    Auch angeleinte Hunde sieht man nicht immer sofort, z.B. hinter Wegbiegungen wird es schwierig. Mein Hund läuft nicht weit vor, aber ein paar Meter können es schon sein. Er benimmt er sich fremden Hunden gegenüber sehr gut, ist zurückhaltend und prescht nicht auf andere los.

    Hinzu kommt, dass mein Hund ohne Leine deutlich souveräner an angeleinten aggressiven Hunden vorbei geht. Er macht einen großen Bogen und lässt sich nicht provozieren. Ist er an der Leine, fühlt er sich hingegen ausgeliefert und reagiert seinerseits mit Aggression. Das bedeutet für mich und meinen Hund unnötigen Stress.

    Ich finde es ausreichend, den Hund zu mir zu rufen, die Leine kann mitunter auch respektlos dem eigenen Hund gegenüber sein.

    Ich meine, dass ein aufmerksamer und empathischer Mensch, diesen Punkt situationsbezogen handhaben sollte.

    Claudia 25. Februar 2013 17:45
  • … Doch, sehe ich ganz genau so wie im Beitrag geschildert. Der Hund soll für seine Umgebung eben keine Belästigung darstellen. Es gibt kein Recht auf unbegrenzten Freilauf, gerade wenn es mit der Grunderziehung nicht passt. Die genannten Spielregeln sind sinnvoll, würde sich jeder Hundehalter daran halten, gäbe es weniger Probleme. Es macht keinen Sinn, die Spielregeln jedes Mal auszudebattieren. Ich habe z.B. weder Zeit und Lust, jedem zu begründen, warum meine Hündin (Australian Shepherd mit Wach-/Schutzinstinkt, aus dem Tierheim geholt, hatte vorher eben keine Grunderziehung) so zuckersüß aussieht aber eben NICHT gestreichelt werden soll und warum ich sie jetzt NICHT von der Leine lassen werde und warum es jetzt nett wäre, uns mit dem anderen Hund NICHT entgegenzukommen oder hinterherzulaufen, um mit mir ein Gespräch über Hundeerziehung zu beginnen. Gerade Hundehalter von Nicht-Problemhunden können es manchmal einfach nicht verstehen, dass die Grunderziehung (oder andere Gegebenheiten wie Läufigkeit) es notwendig machen, die Grenzen des anderen Hundes oder Hundehalters JETZT UND HIER zu akzeptieren. Insofern: An Spielregeln halten!

    Bibi 24. März 2013 14:45
  • das sehe ich auch so. Wenn ich der meinen Hund an der Leine habe, will ich mich nicht rechtfertigen warum. Er hat seinen Freilauf, da wo es geht. Nicht auf der Strasse und in Parks, wo doch sowieso Leinenpflicht besteht.

    Karin 10. August 2013 13:08

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