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Lernen und Generalisieren – Bertiegeschichte

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Hallo Ihr lieben Freunde des wohlerzogenen Hundes!

bestimmt habt Ihr euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum euer Hund z.B. zu Hause in der Wohnung oder im Garten eure Kommandos schön befolgt, aber alle guten Manieren vergisst, sobald er auch nur einen Schritt aus der Haustüre heraus ist. Naja, vielleicht nicht alle, aber eben doch unerfreulich viele.

Tja, woran mag das nur liegen? Viele von euch meinen vielleicht, das wäre eine Art Sturheit. Andere sehen darin sogar eine Art von Betrug: “Wenn unser Hasso einen anderen Hund sieht, dann sind wir Luft für ihn!” Ja, ja …, warum solltet Ihr auch die Ursache bei euch suchen, wenn Ihr die Schuld doch so schön auf uns abwälzen könnt! Ihr seid schon schlau, das muss ich euch lassen.

bertieTatsächlich können wir uns in einer gewohnten Umgebung, mit wenig ablenkenden Reizen, viel besser auf die gestellten Aufgaben konzentrieren. Das geht euch doch schließlich genauso. Wo habt Ihr denn, sagen wir mal …, Rechnen gelernt? Aha, in der Schule, soso. Und zu Hause natürlich, mit eurem Papi oder eurer Mami am Küchentisch. Und nach und nach wurden euch dann auch einfache Aufgaben gestellt, wenn Ihr nicht zu Hause ward. Das fing sicherlich damit an, dass Ihr eure Rechenkünste bei Klassenarbeiten, also unter einer gewissen Anspannung, beweisen musstet. Zusätzlich durftet Ihr vielleicht auch schon einmal im Kaufmannsladen 3,75 mit einem Fünfer bezahlen und dabei mal fix ausrechnen wie viel Wechselgeld euch die Verkäuferin zurückgeben soll. Und selbst das hat nicht immer auf Anhieb gelappt, stimmt’s?

Bei uns Hunden ist das im Prinzip nichts anderes. Wobei wir, wenn ich es mir recht überlege, sogar noch größere Schwierigkeiten haben, das “drinnen” Erlernte, auch “draußen” umzusetzen. Das liegt übrigens daran, dass wir Hunde in sehr umfangreichen Bildern denken. So ähnlich, wie Ihr beim Memory-Spiel, vergleichen wir die Bilder die wir “sehen”, mit den gelernten Bildern in unserem Kopf. Mit dem kleinen Unterschied, dass sich auf unseren Kopfbildern nicht einfach ein roter Ball oder ein grüner Traktor befindet, sondern alle dazugehörigen Infos, wie die dazugehörigen Gerüche, Geräusche, Stimmungen, Körperhaltungen, örtliche Gegebenheiten und weiß der Himmel, was noch alles. Und dann sollen wir darauf kommen, dass Ihr diese eine karte meint, auf der unter 1000 anderen Symbolen eben auch ein grüner Traktor abgebildet ist …

Die von WIR2 wissen ganz genau, wie schwierig das für uns Hunde ist. Und deshalb machen die das genauso, wie Ihr beim Rechnen lernen: Erst werden die einzelnen Kommandos in einer ruhigen Umgebung angelegt und geübt – Hausaufgaben gibt es natürlich auch, und dann werden immer mehr ablenkende Reize hinzugefügt und erst dann wird das Gelernte auch “da wo es wehtut” angewendet. Wie die das machen, davon könnt Ihr euch gern bei einem Besuch in der “Hundeschule für Menschen” anschauen. Oder Ihr schnuppert einfach mal im Internet auf www.bertie-der-terrier.de, wo Ihr auch jede Woche eine meiner Geschichten für umsonst lesen könnt.

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© Hundeschule WIR2 |  Autor: Ralf Lindner | Vervielfältigung nur zum privaten Gebrauch | Veröffentlichung in jeglicher Form nur nach schriftlicher Genehmigung | Mehr zu „Bertie“ findet Ihr auf www.bertie-der-terrier.de und www.hundeschule-wir2.de


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