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Hunde in der Pubertät

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Mein Kunde verabschiedet sich nach der Trainingsstunde und läuft ganz stolz mit seinem fünf Monate jungen Musterschüler zum Auto. Es ist sein erster Hund und er  ist begeistert, wie schnell sein Hund lernt und alles perfekt umsetzt. Ich schaue den Beiden hinterher und notiere mir für unsere nächste Stunde das Stichwort Pubertät. Ich möchte ihn vorab aufklären über das, was kommt bzw. was kommen kann.

Die Geschlechtsreife setzt beim Hund rasseabhängig im Alter von ca. 6-14 Monaten ein. Rüden kommen in die Pubertät, wen sie beginnen das Bein zu heben und zu markieren. Bei Hündinnen ist die Geschlechtsreife sehr deutlich durch die erste Läufigkeit definiert.

Durch den Anstieg der Sexualhormone werden das Schilddrüsenhormon sowie das Wachstumshormon verstärkt produziert. Die Auswirkungen dieser Hormone auf den gesamten Körper sind erstaunlich. Nicht nur Knochen, Gelenke und Muskeln werden ausgebildet, auch das Nervensystem wird verändert.

Und jetzt herrscht Chaos im Gehirn. Neue Nervenzellen werden gebildet und verschaltet; bestehende Hirnstrukturen werden überprüft und ungebrauchte Nervenverbindungen gekappt.

In diesem Chaos scheint das bisher Erlernte gelöscht zu sein und es wird nicht mehr ausgeführt. Der Hund zeigt sich selbständiger und territorial. Plötzlich prügelt er sich mit viel Getöse auf der Hundewiese. Aus unserem Musterschüler von gestern ist ein wilder Halbstarker geworden, der seine Grenzen testet.

Doch wie übersteht der Hundehalter diese Zeit, die ihn manchmal zur Verzweiflung bringt?

Ganz einfach: Mit Geduld und Konsequenz!

Der Hund kann nichts dafür und leidet selbst unter der hormonellen Umstellung und dem daraus resultierenden Ungleichgewicht. Das sollte man sich immer wieder vor Augen führen, um Verständnis für seine Situation aufbringen zu können. Er braucht jetzt eine konsequente Führung. Die Erziehung des Hundes sollte ganz normal weitergehen und im Training sollten lösbare Aufgaben gestellt werden. Denn jetzt braucht das gesamte Mensch-Hund-Team Erfolgserlebnisse.

Außerdem sollte der Hundehalter seinem Hund ganz viel Sicherheit geben und eine Orientierungshilfe sein. Denn die Pubertät ist eine Phase, in der verstärkt Ängste entstehen können.

Und in ganz schlimmen Zeiten hilft es manchmal, wenn der Hundehalter an seine eigene Pubertät und die damit einhergehenden Stimmungsschwankungen denkt.

autor_romy_Schmidt

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