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Hunde und Kinder – Bertiegeschichte

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Heute liegt mir etwas sehr viel Wichtigeres am Herzen, als mir eine tolle Anrede einfallen zu lassen. Ich habe nämlich eine große Bitte an euch.

Wahrscheinlich habt Ihr ja von dem kleinen Jungen Moritz gelesen oder gehört, der von einem 9-jährigem Rüden namens Mickey in Bayern furchtbar ins Gesicht gebissen wurde. Dem kleinen Moritz ist es natürlich völlig egal, wer daran Schuld hat. Er hat sehr große Schmerzen und wird sein ganzes Leben die Narben behalten. Nicht nur die im Gesicht, sondern auch die auf seiner Seele. Und im Grunde ist es auch ganz egal, ob Mickey nun wirklich eine solche Bestie ist, wie es die Medien im Moment darstellen. Hunde und Kinder sollten einfach nicht
ohne Aufsicht gelassen werden. Warum das so ist, darüber möchte ich euch heute aus meiner ganz eigenen Hundesicht erzählen:

bertieIch freue mich immer riesig, wenn uns die kleine Maike besucht. Ich spiele gerne mit Maike und lasse mich auch gerne von ihr verwöhnen. Aber ich bin auch sehr froh darüber, dass Meiner immer in unserer Nähe bleibt und darauf aufpasst, dass Maike keinen Blödsinn anstellt. Ansonsten müsste ich diese Aufgabe nämlich übernehmen und den Stress, den ich dabei habe, den könnt Ihr Menschen euch überhaupt nicht vorstellen. Es ist zwar ein bisschen lästig für mich, dass ich z.B. mit Meinem in den Keller, zum Limo holen, gehen muss – wenn Maike nicht da ist, kann er das schließlich auch alleine. Aber immer noch besser, als bliebe ich mit dem Kind allein im Garten. Denn obwohl ich mit Kindern super klar komme, das sagt Meiner jedenfalls immer, habe ich trotzdem so meine liebe Not mit ihnen.

Menschenkinder sind zwar sehr süß, aber meiner Meinung nach können sie auch sehr ungerecht sein und ihr Verhalten gibt mir oft zu denken. Außerdem sind ihre Bewegungen oft dermaßen unkoordiniert, dass mir schon so manches Mal mein kleines Terrierherz in die Hose gerutscht ist.

Ich wäre mit der Erziehung eines Kindes völlig überfordert! Ich wüsste auch wirklich nicht, was ich machen sollte, wenn die kleine Maike Mist baut. Wäre sie ein junger Hund, dann ich hätte da so meine Mittel, da könnt Ihr euch sicher sein. Wenn der mir auf der Nase herum tanzen wollte, dann gibt es einen bösen Blick und evtl. einen beherzten Knurrer. Wenn das nicht reicht, kommt auch mal der berühmte Schulterwurf aller Bertie zum Einsatz. Oder aber, ich lege meine geöffnete Schnauze über die des jungen Hundes. Das tut nicht weh und zeigt dem Kleinen unmissverständlich meine absolute Überlegenheit.

Bei Menschenkindern verfüge ich aber einfach nicht über die probaten Mittel. Sie würden meine Signale nicht verstehen, große Angst bekommen und sich womöglich noch wehren. Aber was sollte ich sonst unternehmen? Ich bin doch schließlich nur ein kleiner Terrier und kann mich auch nur auf meine Hundeart mitteilen. Immerhin trüge ich doch die Verantwortung, wenn Meiner nicht da wäre. Und als verantwortungsbewusster Terrier müsste ich mich dieser Aufgabe stellen, auch wenn ich genau wüsste, dass ich sie nicht bewältigen könnte. Ich würde immer versuchen mein Bestes zu geben, auch wenn es im Nachhinein das Falsche wäre!

Wenn Menschenkinder doch wenigsten ein dickes Hundefell hätten, dann wären sie nicht so verletzlich. Leider ist das aber nicht so. Und weil sie so ungeschützt daher kommen, ist die Gefahr, dass sie sich an einem Hundezahn verletzen halt recht groß. Vor allem, wenn Kinder und Hunde die falschen Spiele spielen. Beim Zerren, beim Wettrennen und beim Balgen etwa. Seien wir doch mal ehrlich: Selbst wenn ich bei solchen Spielen cool bleiben würde, was mir sehr schwer fällt, weil es doch so großen Spaß macht, so könnte doch einer meiner Rasierklingen – sorry, ich meinte natürlich Zähne – an die Kinderhaut kommen und großen Schaden anrichten! In der Regel natürlich nicht so großen Schaden, wie Moritz dem armen Mickey zugefügt hat, aber auch ein einziger Stoß mit dem Reißzahn kann in einem Kindergesicht ein bleibendes, sehr hässliches Mal hinterlassen.

Also liebe Menschen, macht es bitte so wie Meiner: Lasst uns Kontakt haben. Lasst uns spielen. Aber bitte niemals alleine und passt bitte gut auf, dass beide keinen Mist bauen. Denn nur dann haben wir Hunde und die Kinder richtig viel Spaß und können auch‚ `ne Menge voneinander lernen.

Vielen Dank dafür

Euer Bertie

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© Hundeschule WIR2 |  Autor: Ralf Lindner | Vervielfältigung nur zum privaten Gebrauch | Veröffentlichung in jeglicher Form nur nach schriftlicher Genehmigung | Mehr zu „Bertie“ findet Ihr auf www.bertie-der-terrier.de und www.hundeschule-wir2.de


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