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Würgehalsbänder – Bertiegeschichte

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Der Würger mit Stopp

Nun gut,

die Wunden an Meiners Arm sind so gut wie verheilt und die blauen Flecken sind jetzt Violette-grün-gelb. Auch mein Hals hat sich wieder erholt. Also, frisch ans Werk. Heute kümmern wir uns dann mal um die Würge(halsbände)r mit und ohne Stopp. Ein Würger mit Stopp ist genau so aufgebaut, wie ein Stacheldings, nur ohne Stacheln. Ein Würger ohne Stopp sieht aus wie eine kurze Schnur mit je einem Metallring an jedem Ende, die durch den vorderen Ring hindurchgeführt ist, wobei die Leine an dem hinteren Ring befestigt ist und sich, die so entstandene Schlinge, auf mein Ziehen hin zuzieht. Beide Varianten gibt es in allen möglichen Ausführungen. Aus Metall, aus Leder, Sisal, Nylon und was weiß ich noch.

bertieKorrekt eingestellt, soll sich der Würger mit Stopp nur so weit zuziehen, bis es gerade unangenehm wird. Allerdings hatte sich Meiner den von Lizzy, meiner Tanzpartnerin beim dogdance geborgt – ganz zauberhaftes Ding übrigens, also Lizzy, nicht der Würger – und von daher war es mir ein wenig eng. Der Stopp half dann auch nicht so richtig viel, weil mein Hals ein wenig zu dick war und er somit niemals seiner Funktion auch nur annähernd nachkommen konnte. Bei Lizzy tut er das sehr wohl und sie meinte, dass es zwar nicht ihr tollstes Halsband wäre, aber sie könne damit leben. Ich fand es jetzt auch nicht soooo schlimm, aber mein eigenes Halsband ist mir schon eine ganze Schüssel voll lieber. Wenn eure Leute euch also unbedingt so einen Würger mit Stop kaufen wollen, stratzt1 Ihr bitte unbedingt mit in den Leckerchenladen. Dann könnt Ihr das Halsband nämlich anprobieren und sofort sagen, ob es euch passt. Als Faustregel könnt Ihr euren Leuten sagen, dass sich die Stopkette an eurem Hals komplett zuziehen lassen muss, ohne dass dabei ein Würgen erkennbar ist, sodass genau zwei Menschenfinger zwischen Hals und Halsband passen. Um den Würger ohne Stop geht es dann beim nächsten Mal.

Der Würger ohne Stopp – würg….

Hallo liebe Leute,

weil der Würger mit Stop, den ich letzte Woche getestet habe, mir ja eindeutig zu klein war, dachte noch, dass der einfache Würger ja gar nicht so schlimm sein kann. Da hatte ich aber die Rechnung im doppelten Sinne ohne den alten Newton gemacht. Der hat nämlich freudestrahlend mit mir getauscht und zwar für einen ganzen Tag! Und das physikalische Gesetzt von seinem Namensgeber tat dann ein Übriges. Aber nun mal hübsch der Reihe nach. Ich tauschte also mein schönes Halsband gegen das Würgehalsband ohne Stop von meinem Kumpel Newton.

Erst bin ich noch frohen Mutes losgelaufen und alles war in bester Ordnung. Doch dann ist, direkt vor mir, der freche Carlo über den Zaun gesprungen. Ich meine, Katzen sind schon ein Highlight, aber Carlo, der Revierkater, der hätte wirklich mal eine Abreibung verdient. Ich also hinterher – hab doch nicht mehr an das Würgeding gedacht. Die Lederschnur zog sich unvermittelt zu. Ein jäher Schmerz durchzuckte meinen Kehlkopf und ich bekam schlagartig keine Luft mehr. Natürlich jaulte ich kurz auf, wer hätte das nicht getan. Meiner hat vor lauter Schreck die Leine losgelassen, ich bekam wieder Luft und ab ging die Post. Bis Meiner mal darauf kam, mich zu rufen, hatte ich das Katzentier fast eingeholt. Aber dann kam der Rückruf und – was soll ich euch sagen – ich kann dann einfach nicht anders. So trottete ich zurück und Meiner nahm die Leine wieder auf.

Auf diesem Spaziergang ist uns aber auch noch etwas sehr amüsantes passiert. Meiner hat nämlich Frau Neu getroffen. Und die beiden hatten, wie immer, nur noch mit sich selbst zu tun. Mich stört das nicht sonderlich, dann kann ich wenigstens ausgiebig alles Mögliche beschnüffeln. Ich blieb also stehen, um Meinem zu zeigen, dass da ein sehr interessanter Duft auf der Straße lag. Meiner hält dann meistens einfach an und lässt mich in Ruhe meiner Nasenarbeit nachgehen. Auch dieses Mal bemerkte ich nur einen kurzen Ruck und sofort ließ der Zug an meinem Hals nach. Als ich mit dem Lesen der Botschaft fertig war, wollte ich wie immer an Meinem vorbei laufen, um ihm zu zeigen, dass er weiter gehen kann. Aber da war kein Meiner mehr, auch keine Frau Neu, noch nicht einmal eine Leine – und auch das Halsband hatte sich in Luft aufgelöst. Zauberei? Einen kurzen Moment war ich mir nicht ganz sicher. Bis ich Meiner seine Spur erkannte. Hier war er noch vor zwei Minuten hergelaufen.

Ich natürlich hinterher. Um die Ecke bei der Schule, zum Parkeingang. Was soll ich euch sagen? Da standen die beiden. Meiner mit der Leine in der Hand. Das Bild müsste man mal in die Zeitung setzten! Zum auf den Rücken schmeißen, sage ich euch. Noch besser aber war der Blick von Meinem, als ich an ihm vorbeirannte: Er guckte so trottelig auf die Leine und das Halsband, dass Frau Neu sich vor Lachen fast nicht mehr halten konnte.

Newton hat dann seinen tollen Lederwürger zurück bekommen. So richtig glücklich wirkte er dabei aber nicht und das kann ich durchaus nachvollziehen. Vorwärts reist es Dir fast den Kopf ab und rückwärts bist Du, schwupps, ein freier Hund. Das habe ich dem Newton natürlich nicht verraten, da soll der mal schön selber drauf kommen. Falls Ihr aber solch ein Würgehalsband mal angelegt bekommt, kann ich nur eins empfehlen: Sofort den Kopf nach unten halten und rückwärts raus aus dem Ding. Vielleicht sehen eure Leute dann ein, dass das Teil nichts taugt und kaufen euch ein ganz normales Halsband. Was dabei zu beachten ist, erzähle ich euch nächste Woche. Eigentlich wollte ich ja erst alle anderen, sogenannten Erziehungshilfen testen, aber der Redakteur hat mir verraten, dass einige Lesemenschen einfach nur wissen wollen, was gut für uns Hunde ist und deshalb ziehen wir die beiden vernünftigsten Lösungen – Halsband und Geschirr – einfach mal vor!

Euer Bertie

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© Hundeschule WIR2 |  Autor: Ralf Lindner | Vervielfältigung nur zum privaten Gebrauch | Veröffentlichung in jeglicher Form nur nach schriftlicher Genehmigung | Mehr zu „Bertie“ findet Ihr auf www.bertie-der-terrier.de und www.hundeschule-wir2.de

1 stratzen = sich (lässig) irgendwo hin bewegen

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