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Beißhemmung

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Die Beißhemmung zu trainieren ist eine der wichtigsten Aufgaben, die in der Prägezeit von Welpen erlernt werden muss.

Jeder, der sich einen Welpen nach Hause holt, merkt sehr schnell, mit welch spitzen Zähnchen das neue Familienmitglied ausgestattet ist. Schnell merkt der Mensch, dass das anfangs zurückhaltende Knabbern zum festen Zwicken wird und der Hund mit Vergnügen seine Beißtechniken vorführt. Das Beißen an sich ist ein ganz normales Spielverhalten, was in seiner Ausprägung aber unbedingt gesteuert werden muss.

Die beste Art, die Beißhemmung zu üben, ist den Hund möglichst häufig mit gleichaltrigen Artgenossen spielen zu lassen. Denn schon von der Mutter bekommt der Welpe schnell gezeigt, wenn er allzu rabiat versucht, an seine Milch zu kommen. Wird es der Mutter zu unangenehm, steht sie auf und die Fütterung ist unterbrochen. Dies merkt sich der Welpe sehr schnell und wird das nächste Mal wesentlich vorsichtig rangehen.

Beißhemmung im Spiel trainieren

Genauso ist es im Spiel unter Geschwistern. Die Welpen lernen untereinander ihre Kräfte einzuschätzen und nur bis zu einem gewissen Teil davon Gebrauch zu machen. Wenn ein Welpe einen anderen zu stark zwickt, gibt er ein hohes Quietschen von sich, steht auf und geht. So lernt der „Zwicker“: beiße ich zu stark, ist das schöne Spiel beendet! Wenn Sie also in die Situation kommen, in der ihr Welpe mit einem anderen Welpen spielt und einer der Hunde gibt solch ein Quietschen von sich, bleiben Sie ruhig! Beobachten Sie, ob es sich um einen kurzen Vorfall handelt und die Hunde nach einer kurzen Unterbrechung schön weiterspielen. Sollte dem so sein, greifen Sie nicht ein.

Wenn sich die Situation allerdings so entwickelt, dass einer der Welpen sein wildes Spiel nicht unterbricht und einer der beiden die meiste Zeit unten liegt und häufiger quietscht, gehen Sie dazwischen und trennen Sie die Hunde. Dann ist das Spiel beendet.

Genau dieses Verhalten der Hunde untereinander machen wir uns auch zuhause zunutze: Wenn der Welpe im Spiel zu fest zwickt und sich regelrecht in das Spiel hineinsteigert, versuchen Sie es zuerst mit einem möglichst hoch gesprochenen „AUA“ oder ernstes „AUS“. Lässt der Welpe von Ihnen ab, loben Sie ihn, aber nicht mit Ihrer Hand, denn Ihr Welpe ist noch so aufgedreht, dass er sofort wieder in Ihrer Hand reinzwicken wird. Hier kommt das verbale Lob. Versuchen Sie auch nicht die Hand immer wieder weg zu ziehen, sonst entsteht ein Spiel aus dieser Situation, dieses Spiel heißt: Fang die Hand!

Sollte das „AUA“ nicht den gewünschten Erfolg zeigen, stehen Sie unmittelbar auf und beenden das Spiel für eine kurze Zeit (ca. 2 Min.). Versuchen Sie es dann erneut. Der Welpe merkt sehr schnell, dass das Spiel, immer wenn er zu rabiat ist, unterbrochen wird. Und das ist nicht in seinem Sinne. Wenn Sie dieses „AUA“ oder notfalls die Unterbrechungen konsequent durchführen, bekommen Sie mit der Zeit einen ganz sanften Hund mit einer super antrainierten Beißhemmung.

Achten Sie bitte darauf, dass Sie, wenn Kinder in Ihrem Umfeld leben, den Hund schon für ein Zwicken korrigieren, das Sie selbst als noch nicht zu schmerzhaft empfinden. Das Schmerzempfinden ist bei Ihnen natürlich wesentlich größer. Es sollte von allen Familienmitglieder, immer nur so ein Zwicken zugelassen werden, wie es der Schmerzempfindlichste vertragen kann. Der Welpe kann in diesem Alter noch nicht trennen, dass er mit einer Person wilder spielen kann, als mit einer anderen.

autor_lynn_garbrecht

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Meinungen unserer Leser zum Artikel: Beißhemmung

  • Toller Artikel

    Klaus 7. November 2011 19:29
  • Ich habe eine Frage. Meiin Jack Russel 8 Monate alt fängt manchmal aus heiterem Himmel an uns anzuknurren oder gar zu beissen.Die Hundetrainerin meinte zuerst man solle ihn dann auf den Kopf schlagen, wobei er immer agressiver wurde wer kann mir mit Tipps helfen?

    Ebinger 6. Mai 2012 17:53
  • „Beißhemmung im Spiel abgewöhnen“???

    Martina Schoppe 27. Januar 2014 11:54
  • es mag blöd klingen-aber schau dir mal unbedingt cesar milan an!.auf den rücken drehen!unten halten bis sich der hund ausgepowert hat.erst wenn dieser entspannt hat, loslassen!danach raus gehen!es scheint mir, als wenn sich euer hund unterfordert fühlt….vielleicht will er jemanden beschützen…..dann ab nach draußen, an die leine….wichtig ist auch um zu sehen, ob er euch beschützt.drauf achten dass der, der ihn führt immer voran geht und den ton angibt.zieht er zu doll ich an der leine reißen!das macht ihn noch agressiver.immer ruhig und entspannt bleiben-brust raus, hintern rein :-) .wenn er zu doll zieht mit einem lauten zischen und oder einem leichten (betonung liegt dabei auf leicht)hackentritt in die seite-das bringt den kleinen aus seiner situation, die ihn vorher aufgeregt hat.leine lockern und stehen bleiben, bis er sich beruhigt hat.dann das leckerli.nicht vorher. aber auf den kopf schlagen……überlegen sie mal…wenn ihnen etwas nicht passt und sie aber niemand versteht und ihnen dann noch jemand auf den kopf haut……das ist nicht gerade der logische schritt-was würden sie davon halten???

    hr. topp 6. August 2014 7:23
  • im spiel funktioniert es auch am besten.auch welpen unter sich machen das.wenn einer den anderen beim spielen zu arg zwickt, dann quiekt der andere.normaler weise hört der zwicker dann auf.wenn nicht, dann erst dazwischen gehen und das spiel apprupt beenden-so macht es ja auch die hundemutter…geht es um sie an sich, dann ein lautes aua un sich von ihm abwenden.wenn alles nichts hilft, auch ruhig kauspielzeug holen.aber nicht ziehen, wenn das kleine gerade zupackt.keine zerrspiele-das macht die sache dann schlimmer,wenn es zwickt oder gar beißt, immer bemerkbar machen-lautes aua oder auch aus.wenn dann aufgehört wird zu zwicken oder beißen, gleich danach kleines leckerli geben und loben.

    hr. topp 6. August 2014 7:30

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