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Barfen – die 25 : 75 Regel

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…oder Püriertes Gemüse ersetzt den Mageninhalt

Wer kennt sie nicht als BARFer, die 25 : 75 Regel. Ein jeder der seinen Hund auf Rohfütterung umstellt oder immer schon roh füttert, hat mit dieser Regel schon zu tun gehabt. Denn sie erklärt uns als gute und verantwortungsbewusste Hundebesitzer, worauf wir in der Rohfütterung bzw. dem BARFen achten müssen, damit unser Hund ausgewogen gefüttert wird.

Nun was besagt diese Regel?

Die Futterration pro Tag, die zwischen 2 – 3% des Körpergewichtes des Hundes liegt, sollte aus ca. 25% Gemüse und Obst und 75% Fleisch, Knochen und Innereien bestehen.

Aber warum sollte genauso gefüttert werden?

Zuerst ein kleiner Exkurs in die Geschichte des Begriffes B.A.R.F. Er stammt aus dem englischen und heißt ausgeschrieben “Bones And Raw Food“. Übersetzt wurde das ganze ins Deutsche als „Biologisch Artgerechte Rohfütterung“. Richtig wäre eigentlich „Knochen und Rohes Futter“ gewesen. Ziel des BARFens ist es den Hund artgerecht zu füttern. Artgerecht bedeutet, so nah an der natürlichen Lebensweise wie möglich. Schaut man auf die natürlich Lebensweise, muss man sich die Wölfe anschauen, denn unsere Hunde stammen vom Wolf ab. Wölfe fressen ganze Beutetiere, d.h. Fleisch, Knochen, Innereien und den Mageninhalt (so die BARF Literatur). Allerdings ist es für uns Menschen schwierig diese Art Speiseplan so ausgewogen für unsere Hunde zusammenzustellen. Also hat man damit begonnen Alternativen zu finden.

Ein Ergebnis davon ist die 25 : 75 Regel und egal in welchen der einschlägigen Bücher oder auf welcher Internetseite man schaut, überall wird heute diese Aufteilung genannt – als wäre sie in Stein gemeißelt.

Wie begründet man diese Regel?

Dazu 2 Thesen aus der BARF Theorie:

  1. „Von den erlegten Beutetieren wird i.d.R. fast alles gefressen außer schwer- oder unverdauliche Reste wie größeren Knochen, einige Sehnen, dem größten Teil von Haut und Fell, sowie ein Großteil des Mageninhalts.“
  2. „Püriertes Gemüse soll den Mageninhalt der Beutetiere ersetzen und ist wichtig für Hunde.“

Der 25%ige pflanzliche Anteil soll also den Mageninhalt des Beutetieres ersetzen. Für eine bessere Verwertbarkeit sollte dafür das Obst und Gemüse püriert werden und nach Möglichkeit regelmäßig verschiedene Öle dazugegeben werden, damit unsere Vierbeiner die Vitamine auch aufspalten können.

In der Fachliteratur wird ferner noch erklärt welche Obst- und Gemüsesorten wir unseren Hunden füttern dürfen und welche nicht, gleiches wird auch für den Fleischanteil gemacht. Treibt man es auf die Spitze wird der Obst- und Gemüseteil noch einmal aufgeteilt in 25% Obst und 75% Gemüse, wobei beim Gemüse optimaler Weise aus 25% Blattsalat und die restlichen 75% buntes Gemüse besteht. Versucht man diese Aufteilung als gewissenhafter Hundehalter täglich umzusetzen, stößt man schnell an seine Grenzen.

Was die Fachliteratur jedoch nie erklärt hat und auch in keinem Forum oder im Internet zu finden ist, ist eine Erklärung wie man auf die 25% Pflanzlicher Anteil gekommen ist. Denn betrachtet man ein Beutetier, z.B. ein Reh oder ein Kaninchen hat der Magen samt Inhalt sicherlich nicht einen Anteil von 25% am Gesamtgewicht des Beutetiers. Außerdem stellt sich mir auch die Frage ob püriertes Obst und Gemüse mit Öl versetzt mit dem Mageninhalt eines Beutetieres zu vergleichen ist. Der Magen des Tieres enthält verschiedene Gräser und Pflanzen, aber nicht roh, sondern vermengt mit Bakterien und Verdauungssäften, so dass der Mageninhalt folglich an- bzw. vorverdaut ist/sind.

Eine alleinige Zugabe von rohem püriertem Gemüse, entspricht also nicht dem tatsächlichen Mageninhalt der Beutetiere!

Ob unsere Hunde wirklich in der Lage sind den pürierten Pflanzenbrei zu verwerten ist fraglich. Ich habe das Gefühl gehabt, der Output meines Hundes war immer noch relativ hoch als er den Gemüsebrei bekam. Dies sprach für mich eher für eine geringe Verwertung.

Die Alternative

Was kann oder sollte man stattdessen füttern? – eigentlich ganz einfach, das was der Wolf in der freien Wildbahn auch frisst – den Pansen (Magen) seines Beutetieres. Am besten vom Biohof und nur ausgeschüttelt statt gewaschen.

Gemüse und Obst zu füttern schadet dem Hund sicher nicht, aber es muss auch nicht sein.

 

autor_romy_george

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Meinungen unserer Leser zum Artikel: Barfen – die 25 : 75 Regel

  • Gemüse und Obst zu füttern schadet dem sehr wohl.

    Bei Bedarf kann ich einen Fachvortrag zusenden, der das Problem erläutert.

    E-Mail an barfen@henry-wollentin.de

    Henry Wollentin 15. März 2015 18:49

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