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Artgerecht verhundlicht oder was?

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Stellen Sie sich mal vor, Sie sollten sich als Mensch in ein Hunderudel integrieren.

Ich beschreibe das mal an einer sehr ursprünglichen „Rasse“, den afrikanischen Wildhunden.

Würden wir versuchen, mit afrikanischen Wildhunden in einem Rudel zusammenzuleben, würde uns definitiv ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit abverlangt, um a) nicht aus dem Rudel ausgeschlossen zu werden und b) von dem gemeinsam erreichten Jagderfolg zu profitieren.

Wir müssten zum Zwecke einer gelungenen Integration als Artfremder in einem Wildhunderudel genüsslich unsere Zähne in das gerade erlegte, blutende Tier hauen, in unmittelbarer Nähe zu unseren schmatzenden, gierig das Fleisch verschlingenden Rudelgenossen, um nicht zu verhungern. Das warme Blut liefe uns am Kinn herunter und tropfte auf unseren unbekleideten Leib, der im Zuge unserer Integration ins Wildhunderudel einen strengen Geruch angenommen hat, den die liebgewonnenen Wildhunde immer wieder durch intensives Belecken mit dem Speichelgeruch zu optimieren versuchen.

Zum Glück nimmt man den Eigengeruch nicht mehr so wahr, nachdem man sich an ihn gewöhnt hat. Hunde haben definitiv eine andere Ekelgrenze, als wir Menschen, so dass sie mit unserem Duft toleranter Umgehen können. Aber diese Poschnüffelei…also, nein, das geht eindeutig zu weit! Oder doch nicht?…

Ja, so könnte es sein, wird es aber nie!

Hunde würden uns nie zwingen, in ihrem Rudel leben zu müssen, ungeachtet dessen, dass sie es aus ökonomischer Sicht ablehnen müssten, sich einen so unfähigen Klotz namens „Mensch“ ans Bein zu binden, mit der sozialen Verpflichtung ihn ggfs. mit durchfüttern zu müssen.

Da Hunde keine Viehhaltung betreiben, wären wir auch kein „Notgroschen“, den man irgendwann in Ermangelung von anderen Beutetieren bzw. zu häufigen Jagdmisserfolgen tötet und auffrisst. Wenn man uns fressen wollte, dann hier und jetzt…Hunde sind nun einmal gegenwartsbezogen.

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf Morgen!“ hatte meine Oma immer gesagt. Dieser Spruch könnte ebenfalls von einem Hund stammen!

Als Mitglied eines Hunderudels würden wir kläglich versagen, egal wie sehr wir uns auch anstrengten, sofern es die hündischen Überlebensstrategien beträfe. Hunde sind allerdings ausgesprochen anpassungsbereit, so dass selbst eine Versagergestalt (gemessen an den Anforderungen, die Wildhunde zum Überleben bewältigen müssen) wie der Mensch trotz aller Mängel im Rudel bleiben dürfte, wenn er über eine Fertigkeit verfügte, die allen Rudelmitgliedern Vorteile verschaffte und das Überleben der Gruppe in ungewohnter Weise optimierte.

Puh, Schwein gehabt! So unnütz sind wir dann doch wieder nicht!

autor_michaela_gutekunst

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